Ampel
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Userfrage: „Hallo Herr Linden! Ich möchte mein Spiel grundsätzlich etwas offensiver ausrichten und gern auch mal ans Netz vorrücken, was ich bislang eigentlich so gut wie nie gemacht habe. Welche Schläge des Gegners bieten sich hierzu an und wie kann ich Angriffssituationen provozieren? Ich habe mich jüngst im Vorbeilaufen mit einem jungen Trainer unterhalten, der erzählte mir von einem »Ampelsystem«, hatte aber keine Zeit, mir das näher zu erklären. Im Netz finde ich hierzu leider nichts. Was genau bedeutet dieses »Ampelsystem«?  Können Sie mir helfen, künftig erfolgreich das Netz zu stürmen?“

Servus, Hans-Wilhelm!

Das »Ampelsystem« kann man von zwei Seiten aus in sein Spiel einbeziehen. Erkenne, unter welchem Handlungsdruck Du beim Schlag stehst. Bist Du in Not, unter Druck weit hinter Grundlinie stehend oder schlägst Du aus vollem Lauf, so sprechen wir von einer »roten« Situation. Solche Bälle schlägt man sicher und meist auch etwas höher in die Mitte oder lang zurück. Einen »gelben« Ball spielst Du neutral und wartest auf die Chance, dass der Gegner kürzer wird und es die die Möglichkeit auf einen »grünen« Ball gibt. Bei den »grünen« Bällen hast Du Zeit und kannst auf einen Winner, Angriff oder Stoppball lauern. Selbstverständlich spielen Länge und Richtung des Balles Deines Gegenübers eine entscheidende Rolle. Allgemein kannst Du Dir merken, dass Du bei einer »roten« Situation weiter hinter der Grundlinie stehst oder vielleicht auch aus dem Feld getrieben wurdest. Bei »Gelb« hast Du die neutrale Grundlinienposition eingenommen. Bei »Grün« stehst du zwei bis drei Meter im Feld und hast die berichtigte Chance, den Punkt offensiv und mit etwas mehr Risiko zu gestalten und zu gewinnen.

Merke Dir: Rot = Defensive » hoch in die Mitte oder Cross mit mäßigem Tempo gespielt; Gelb = Rhythmus » Punkt neutral vorbereiten; Grün = Offensive » freie Fahrt ins Wochenende, mehr Risiko und auch den Schlag »down the line« mal als Option wählen

Jörg Linden

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Tennis-Enthusiast Jörg Linden ist ein Kind des Ruhrpotts. Einst wurde er für seine überragende Vereinsarbeit zum »DTB-Trainer des Jahres« gekürt, heute leitet er das »Tennis-College« auf Fuertventura. Für »Tennisredaktion.de« steht er seit einer gefühlten Ewigkeit als Experte für die Bereiche »Trainingslehre« und »Tennistechnik« zur Verfügung. Jörg liebt es, seine große Erfahrung sowohl an die jungen, als auch an die erfahrenen Leser der »Tennisredaktion« weiterzugeben. Darüber hinaus begeistert er die Leserschaft mit spannenden Blogs.

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