Am Netz punkten

Juan Martin Del Potro
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Fra­ge an Jörg Lin­den: Ser­vus Jörg! Ich fra­ge mich, wel­che Auf­schlag­va­ri­an­te für ein gutes Ser­ve-and-Vol­ley-Spiel bes­ser geeig­net ist: Den Geg­ner mit einem Auf­schlag nach außen aus dem Feld zu trei­ben (ich erin­ne­re hier an die Auf­schlä­ge des legen­dä­ren John McEn­roe) oder aber durch die Mit­te zu ser­vie­ren, um die Win­kel für einen Pas­sier­ball mög­lichst zu mini­mie­ren? Die­sel­be Fra­ge möch­te ich auch für den Angriff aus dem Ball­wech­sel her­aus stel­len. Ich lie­be es näm­lich, vor­ne am Netz zu punk­ten. Wer­de aber (noch) zu oft passiert.

Jörg Linden
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Jörg Lin­den: Hal­lo Micha­el! Dan­ke für Dei­ne Nach­richt. Je nach Belag gibt es eini­ge Unter­schie­de zu beach­ten: Je schnel­ler der Unter­grund, des­to ris­kan­ter darf auch ger­ne mal die Spiel­wei­se sein. Beim Auf­schlag emp­feh­le ich Dir den Kick­auf­schlag durch die Mit­te (schlech­te­rer Win­kel für den Return­spie­ler) oder auf die schwä­che­re Sei­te Dei­nes Geg­ners. Ein wei­te­rer Vor­teil ist der hohe Absprung und in der Regel treibst Du Dei­nen Kon­tra­hen­ten wei­ter aus dem Feld und bekommst somit bis zu Dei­nem Split­step eine bes­se­re Netz­po­si­ti­on. Du gewinnst Zeit und Raum.

Der Sli­ce, spe­zi­ell bei Links­hän­der John McEn­roe, ist sehr gefähr­lich, aber durch das im gegen­satz zu frü­her heu­te sehr viel schnel­le­re Spiel ist es rat­sa­mer, hin­ten zu war­ten und dann in die freie Zone zu spie­len. Was natür­lich nicht aus­schließt auch bei die­ser Vari­an­te ans Netz vor­zu­rü­cken. Sei dir nur der »Gefahr« bewusst, dass der Ball schnel­ler zurück kommt und der Geg­ner recht gro­ße Win­kel zum pas­sie­ren hat.

Aus dem Spiel her­aus bin ich ein Freund davon, in die Mit­te oder falls der Ball nicht zu weit außen ist, »down the line« anzu­grei­fen. Somit ist das Feld nicht geöff­net und Du ver­klei­nerst das Feld für einen mög­li­chen Pas­sier­ball. Sehr ger­ne neh­me ich auch den Sli­ce oder den hohen Top­spin als Angriffs­ball. Den­ke immer dar­an in den »Split« zu gehen, sobald Dein Geg­ner den Ball trifft. So bist du bes­tens bereit und kannst noch reagie­ren. Viel Spass beim Angriff!

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