Alle Augen auf London

Von Christoph Kellermann.

Auch wenn das bei Profis und Fans gleichermaßen mehr als fragwürdige Davis-Cup-Finalevent vom 18. bis 24. November in Madrid noch folgt, ist das Shoot-Out bei den ATP Finals in der Londoner O2-Arena für alle Tennisintereesierten und Beteiligten ohne jeden Zweifel der Schlusspunkt des Tennisjahres 2019. Mit Alexander Zverev sowie dem Überraschungsduo Kevin Krawietz/Andreas Mies haben wir Deutschen sowohl im Einzel-, als auch im Doppelwettbewerb ein Eisen im Feuer. Zverev ist nach seinen Husarenstreichen aus dem vergangenen Jahr in London (Beitragsbild: Michael Siebert/Pixabay) gar Titelverteidiger!

Hält Rafa durch?

Von den acht qualifizierten Einzelspielern hat (jedenfalls bislang) noch niemand zurückgezogen. Das ist ja am Ende einer langen Saison eigentlich gang und gäbe. Erster Kandidat für einen verletzungsbedingten Rückzug ist sicherlich der angeschlagene Spanier Rafael Nadal. Die Nummer Eins der Welt, die bislang alle Trophäen dieser Welt gewinnen konnte – außer eben die ATP Finals – laboriert an einer leichten, aber äußerst unangenehmen Bauchmuskelverletzung, willl es aber dennoch versuchen. Mit Rafael Nadal (9585 Punkte), Novak Djokovic (8945) und Roger Federer (6190) haben sich die drei ganz Großen der Zunft selbstverständlich auch als Erste für den finalen Showdown qualifizieren können, es folgen die jungen, nicht weniger hungrigen Herausforderer Daniil Medvedev (5705 Punkte), Dominic Thiem (5025), Stefanos Tsitsipas (4000), Alexander Zverev (2945) und Matteo Berrettini (2670). Weniger Punkte als Berrettini waren übrigens noch nie nötig, um es bis nach London zu schaffen. Roberto Bautista Agut (2540 Punkte) und Gael Monfils (2530) stehen als Ersatzspieler in der britischen Hauptstadt Gewehr bei Fuß.

Beide Gruppen haben es in sich

Die beiden Round-Robin-Gruppen tragen dieses Jahr die Namen von Andre Agassi und Björn Borg. In der Agassi-Gruppe stehen sich Nadal, Medvedev, Tsitsipas und Zverev gegenüber, in der Borg-Gruppe messen sich Djokovic, Federer, Thiem und Berretini. Die beiden Gruppenersten spielen über Kreuz die Finaltickets aus. Alexander Zverev startet am Montag in der letzten Partie des Tages gegen Rafael Nadal in die »Mission Titelverteidigung«.

Acht erlesene Doppelteams

Kevin Krawietz und Andreas Mies wurden in die Gruppe Max Mirnyi gelost. Ihre gegnerischen Duos: Cabal/Farah, Rojer/Tecau und Herbert/Mahut. In der Gruppe Jonas Bjorkman duellieren sich die Doppel Kubot/Melo, Ram/Salisbury, Klaasen/Venus und Dodig/Polasek, die für die Gebrüder Bryan nachgerückt sind. Die Bryans haben ihre Saison vorzeitig beendet. Die French-Open-Sieger Kevin Krawietz/Andreas Mies spielen am Montag die erste Partie des Tages gegen Jen-Julien Rojer/Horaciu Tecau.

November 2019 · Photocredit: Jürgen Hasenkopf