Vernunft ist angesagt!

Ver­nunft ist angesagt!


Guten Tag, Herr Ban­zer. Mei­ne Fra­ge lau­tet: Wie kann und soll man reagie­ren, wenn ein Kol­le­ge wäh­rend eines Mann­schafts­spiels Kreis­lauf hat. Wie kann man den übli­chen Beschwer­den vor Ort ent­ge­gen­wir­ken, wenn der Spie­ler Stern­chen sieht, aber unbe­dingt wei­ter­spie­len und nicht auf­ge­ben möch­te? Wir hat­ten hit­ze­be­dingt schon eini­ge sol­cher Fälle.

Win­fried Ban­zer: Für solch einen Fall ist Vor­sicht der bes­te Rat­schlag! Gera­de bei hei­ßen äuße­ren Bedin­gun­gen besteht sehr häu­fig auch die Gefahr, dass Sport­ler zu wenig trin­ken und sich vor allem in Mann­schafts­sport­ar­ten nicht gern aus­wech­seln las­sen. Also nicht wei­ter­spie­len und etwas Flüs­sig­keit zu sich neh­men und wenn es nicht bes­ser wird, dann drin­gend zum Arzt!

             

Ergebnis-Turn

Ergeb­nis-Turn


Hal­lo Big­gy. Immer wie­der schnappt man Resul­ta­te auf, die einen stut­zig machen. Zum Bei­spiel die­ses hier: Pli­s­ko­va siegt gegen Toml­ja­no­vic mit 6:1, 1:6, 6:1. Auch Resul­ta­te wie 7:6, 0:6, 6:0 sind nicht sel­ten. 7:6, 6:0 sowie­so. Wie kann es sein, dass Sät­ze in ein und der­sel­ben Par­tie so unter­schied­lich ver­lau­fen kön­nen? Kann man dies aus Dei­ner Sicht psy­cho­lo­gisch erklären?

Bri­git­te Neu­mann: Das ist eine sehr, sehr gute Fra­ge! Wenn ein Spie­ler (A) den ers­ten Satz mit 6:1 gewinnt, zeigt das, dass er sich opti­mal vor­be­rei­tet hat. Kör­per­lich, men­tal und mit einer Spiel­tak­tik, die per­fekt auf die Spiel­ge­wohn­hei­ten des Geg­ners (B) aus­ge­rich­tet ist. Der Geg­ner (B) ist irri­tiert, aus dem Rhyth­mus. Er über­legt spä­tes­tens in der Satz­pau­se, was er an sei­nem Spiel ändern kann, um sei­nen Gegen­über bes­ser unter Druck zu set­zen. Er stellt sei­ne eige­ne Tak­tik um, moti­viert sich und geht gna­den­los in den zwei­ten Satz. Nur mit einer kla­ren Stra­te­gie und dem Wis­sen, dass er mehr eige­ne Stär­ken hat, als die, die er bis­her gezeigt hat, kann er sei­nen Kon­tra­hen­ten über­ra­schen. +++ Im zwei­ten Satz geht Spie­ler A viel­leicht sie­ges­si­cher und even­tu­ell zu ent­spannt ans Werk. Es kann sein, dass er in der Pau­se die Span­nung ver­lo­ren hat. Mit dem ver­än­der­ten Spiel sei­nes Geg­ners (B) kommt er völ­lig aus dem Tritt, wird unsi­cher, ver­krampft und nega­tiv. Dabei fließt zu viel Ener­gie ins Hadern um die eige­nen Feh­ler. +++ Im drit­ten Satz zeigt sich die men­ta­le Stär­ke von Spie­ler (A). Er hakt den ver­lo­re­nen Satz ab, besinnt sich wie­der auf sei­ne Stär­ken, erin­nert sich an den gewon­nen ers­ten Satz und moti­viert sich. Er pusht sich, der unbän­di­ge Wil­le zum Sie­gen steigt wie­der. Sei­ne posi­ti­ve Ener­gie baut sich wie­der auf. Er spielt sich in einen Tun­nel, in einen Rausch – auch »Flow« genannt. Der Kör­per scheint von allei­ne zu wis­sen, wie es geht.

             

Das kannst DU auch!

Das kannst DU auch!


Der Job des Ten­nis-Schieds­rich­ters ist eine span­nen­de Auf­ga­be mit viel­fäl­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen auf und neben dem Platz. Denn es gehört längst mehr dazu, als nur den Spiel­stand im Auge zu behal­ten. Zunächst aber die Fra­ge: „Wie wer­de ich eigent­lich Tennis-Schiedsrichter?“

Los geht‘s im Lan­des­ver­band mit dem Erwerb der C‑Lizenz. Wer wei­ter­ma­chen möch­te, hat die Chan­ce, als Teil der DTB-Aus­bil­dungs­grup­pe B- oder A‑Schiedsrichter zu wer­den. Ent­spre­chen­de Semi­na­re wer­den vom DTB in Koope­ra­ti­on mit der DTSV orga­ni­siert und durch­ge­führt. Immer wie­der­keh­ren­de Fra­gen: „Wie viel Zeit nimmt die Aus­bil­dung in Anspruch?” – „Von wem bekom­me ich mei­ne Ein­sät­ze?” – „Muss ich für Rei­sen und Unter­kunft selbst auf­kom­men?” – „Wer­den die Ein­sät­ze vergütet?”

Zeit­auf­wand: Die Aus­bil­dungs­se­mi­na­re sind immer an Wochen­en­den und erstre­cken sich über ein bis maxi­mal zwei Tage. Genau­so ver­hält es sich mit den für C‑Schiedsrichter häu­fi­gen Ein­satz­ge­bie­ten bei Ver­bands­ver­an­stal­tun­gen und Bun­des­li­gen, die nahe­zu aus­schließ­lich auf das Wochen­en­de fallen.

Nur Pro­fis schiedsen Pro­fis? Kei­nes­wegs! Schon als C‑Schiedsrichter darf man in der Bun­des­li­ga ran, nicht sel­ten unter Betei­li­gung von aktu­el­len Pro­fi- oder gar ehe­ma­li­gen Welt­klas­se­spie­lern. Schon nach zwei bis drei Jah­ren kann die höchs­te deut­sche Lizenz erwor­ben wer­den! Als B- oder A‑Schiedsrichter muss man schon ein biss­chen Zeit mit­brin­gen, denn mehr­fach im Jahr wird die Ver­füg­bar­keit für anste­hen­de Tur­nie­re abge­fragt, weni­ge Wochen spä­ter erfolgt die Ein­tei­lung der Schieds­rich­ter. Ein­sät­ze bei ITF-Tur­nie­ren sind fes­ter Bestand­teil der Aus­bil­dung. An der Ver­füg­bar­keit unter der Woche führt somit kein Weg vor­bei. Ein Nach­wuchs­schieds­rich­ter kommt auf ca. drei Tur­nier­ein­sät­ze pro Jahr und wird dabei pro Tur­nier für drei bis vier Tage ein­ge­setzt. Wenn alles gut geht, kann man es in zwei bis drei Jah­ren zum A‑Schiedsrichter schaffen.