Fragen zur Fitness

Fra­gen zur Fitness


Hal­lo Herr Diehl! Ich bestau­ne sei Beginn des Jah­res, wie fit und aus­trai­niert Rafa­el Nadal daher­kommt. Natür­lich war er nie »unfit«, aber auf mich macht er den Ein­druck des »fit­tes­ten Nadals aller Zei­ten«. Wie ist das jen­seits der 30 und mit Rafas enor­mer Bean­spru­chung der letz­ten 15 Jah­re über­haupt mög­lich? Dazu zwei wei­te­re Fra­gen: Wer ist bei Damen und Her­ren für Sie die/der fit­tes­te Pro­fi aller Zei­ten? Und: Hat Roger Fede­rer mit 40 Jah­ren bei sei­nem geplan­ten Come­back über­haupt noch eine Chan­ce, kör­per­lich auf der gro­ßen Tour  mitzuhalten?

Mike Diehl: Vie­len Dank für die­se tol­len Fra­gen! Auch ich sehe das im Prin­zip genau wie Du! Rafa ist der­zeit unglaub­lich fit und prä­sent. Und es ist am Ende, wie ich es schon immer sage, eine Fra­ge des »Mind­set«. Mind­set is ever­y­thing! Ich glau­be, dass das Alter bei einem per­fek­ten Mind­set heut­zu­ta­ge gar nicht mehr die ganz gro­ße Rol­le spielt. Okay, viel­leicht ab einem Alter jen­seits der 50. Aber in dem Alter, in dem Rafa sich befin­det, kann er natür­lich noch eine enor­me Leis­tung abru­fen, unge­ach­tet sei­ner Ver­let­zun­gen und der Belas­tung in den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren. Rafa regelt unglaub­lich viel über den Kopf und über sei­ne enor­me Erfah­rung. Und da kann ich dann auch gleich den Bogen zu Dei­ner nächs­ten Fra­ge schla­gen: Ich glau­be sehr wohl, dass Roger Fede­rer mit sei­nen 40 Jah­ren bei sei­nem geplan­ten Come­back — und das wird defi­ni­tiv kom­men — noch mit­hal­ten kann. Ein­fach auch des­we­gen, weil er natür­lich eben­falls eine unglaub­li­che Erfah­rung besitzt, extrem cha­rak­ter­stark ist und natür­lich ein uner­hör­tes Bewusst­sein mit­bringt. Er arbei­tet seit jeher unfass­bar hart an sich, auch in die­sen Tagen. Viel­leicht ist er nicht mehr ganz so schnell wie frü­her, und mög­li­cher­wei­se holt er nicht mehr die aller­letz­te Mil­li­se­kun­de raus, aber sei­ne enor­me Erfah­rung wird dies alles kom­pen­sie­ren, da bin ich mir ganz sicher.

Kom­men wir zu den »fit­tes­ten Akti­ven aller Zei­ten« auf der Tour: Rafa gehört sicher­lich auf jeden Fall dazu, aber auch ein Micha­el Chang war zu sei­ner Zeit unglaub­lich fit. Rafa konn­te er aber den­noch im direk­ten Ver­gleich nicht das Was­ser rei­chen. Bei den Damen wür­de ich Ame­lie Mau­res­mo nen­nen wol­len und natür­lich Stef­fi Graf, die zu ihrer Zeit eine unfass­ba­re kör­per­li­che Fit­ness mit­ge­bracht hat. Aber auch eine Angie Ker­ber möch­te ich nicht uner­wähnt las­sen! Nicht zuletzt auf Grund ihrer exzel­len­ten Fit­ness konn­te sie 2016 die Aus­tra­li­an Open gewinnen.

             

Muskelkater

Mus­kel­ka­ter


Hal­lo Herr Dok­tor. Ich möch­te wis­sen, wie es sich mit Mus­kel­ka­ter ver­hält. Die­ser kann ja sehr schmerz­haft sein, so dass natür­li­ches Bewe­gen nicht immer mög­lich ist. Gilt star­ker Mus­kel­ka­ter schon als leich­te Ver­let­zung? Soll­te man pau­sie­ren oder und wenn ja, wie lan­ge? Oder soll­te man ein­fach wei­ter Gas geben, trotz tem­po­rä­rer und loka­ler Schmerzen?

Win­fried Ban­zer: Mus­kel­ka­ter hat wohl jeder schon ein­mal erlebt, der bei­spiels­wei­se nach län­ge­rer Pau­se wie­der mit dem Sport begon­nen hat, Ten­nis oder für ihn unge­wohn­te Bewe­gun­gen, plötz­li­ches Abstop­pen etc. durch­ge­führt hat. Da kann es in der Tat vor­kom­men, dass Mus­kel­ka­ter schmerz­haft ist. Man­che bezeich­nen Mus­kel­ka­ter auch als »Mikro­traum­ta« der kleins­ten Mus­kel­zel­len. Auf kei­nen Fall soll­te man ver­su­chen, einen Mus­kel­ka­ter durch den nächs­ten zu »ver­ja­gen« Eher sind etwas Scho­nung, kal­te und war­me Bäder im Wech­sel und eben Ent­las­tung für eini­ge Tage sinn­voll. Übri­gens: Trai­ning kann auch ohne Mus­kel­ka­ter erfolg­reich sein! Viel Spaß beim Trai­ning ohne Muskelkater!

             

Postmatch-Code-Violations

Post­match-Code-Vio­la­ti­ons


Hal­lo Chris­toph! Ich habe beim Mas­ters in Indi­an Wells Kyr­gi­os gese­hen, wie er nach dem Match sei­nen Schlä­ger zu Boden pfef­fer­te und dabei bei­na­he einen Ball­jun­gen getrof­fen hät­te. Kann Kyr­gi­os hier­für nach­träg­lich noch belangt wer­den? Wel­che Stra­fen sieht der Kata­log der ATP für der­ar­ti­ge Ver­ge­hen über­haupt vor? In Aca­pul­co ist ja auch Zverev nach dem Match voll­kom­men aus­ge­ras­tet. Eine fünf­stel­li­ge Geld­stra­fe ist ja für die Pro­fis eher lächer­lich. Was hät­te den bei­den geblüht, wenn die Ver­ge­hen wäh­rend der Par­tie statt­ge­fun­den hätten?

Chris­toph Damas­ke: Ja, alle Post­match-Code Vio­la­ti­ons wer­den auf Bit­ten der Super­vi­sor vom Schieds­rich­ter schrift­lich beschrie­ben dar­ge­legt. In die­ser Situa­ti­on wird dann im Ermes­sen der Super­vi­sor ent­schie­den, ob es sich um einen Racket Abu­se han­delt (Maxi­mum-Stra­fe laut ATP-Regel­buch: 500 US-Dol­lar) oder um einen Unsports­man­li­ke Con­duct (Maxi­mum-Stra­fe laut ATP-Regel­buch: 20.000 US-Dol­lar). Die Super­vi­sor ent­schei­den dann nach Sich­tung der Fern­seh­bil­der und der Aus­wir­kun­gen des Vor­falls auf Betei­lig­te (Ver­let­zung oder kei­ne von Zuschau­ern, Offi­ci­als, Ball Boys, Absicht oder Fahr­läs­sig­keit, aus Ärger/Frust, Laut­stär­ke der ver­ba­len Aus­fäl­le, hör­bar im TV, Schutz der Inte­gri­tät des Ten­nis­sports, etc.) über die Höhe der Stra­fe. Ein Spie­ler kann die Stra­fe dann appea­len, also Ein­spruch dage­gen erhe­ben. Alle Straf­ma­ße und Erklä­run­gen sind im ATP Rule­book unter dem Absatz VIII The Code nachzulesen.

»In Aca­pul­co ist ja auch Zverev nach dem Match voll­kom­men aus­ge­ras­tet. Eine fünf­stel­li­ge Geld­stra­fe ist ja für die Pro­fis eher lächer­lich.« Eine Bewer­tung Ihrer The­se steht mir nicht zu in mei­ner Funk­ti­on als noch akti­ver Schieds­rich­ter. Nur so viel kann ich Ihnen erläu­tern: Es gibt ein ATP Rule­book, in dem alle mög­li­chen Stra­fen klar gere­gelt sind. Alex­an­der Zverev hat die maxi­mal mög­li­chen Stra­fen durch die ATP für Ver­bal Abu­se und Unsports­man­li­ke Con­duct und dazu noch eine Bewäh­rungs­stra­fe erhal­ten, die nur bei beson­ders gra­vie­ren­den Ver­stö­ßen gegen den Ver­hal­tens­ko­dex aus­ge­spro­chen wer­den kann. Er ist nicht der ers­te männ­li­che oder weib­li­che Ten­nis-Pro­fi und wahr­schein­lich nicht der letz­te Ten­nis­pro­fi, dem so ein Aus­set­zer im emo­tio­na­len Aus­nah­me­zu­stand pas­siert, aber sicher der Pro­fi, der durch sei­ne Vor­bild­funk­ti­on als Nr. 3 der Welt­rang­lis­te, ATP-Welt­meis­ter und Olym­pia-Sie­ger am meis­ten dafür zur Rechen­schaft gezo­gen wird. Zu den zwei­ma­li­gen Höchst­stra­fen für sei­ne Ver­stö­ße gegen den Ver­hal­tens­ko­dex kom­men außer­dem noch die Ein­zel­dis­qua­li­fi­ka­ti­on, der Ver­lust der Welt­rang­lis­ten-Punk­te und der Ver­lust der Preis­gel­der sowie mög­li­che ent­gan­ge­ne Ein­nah­men. Zu den Aus­wir­kun­gen und Ein­bu­ßen auf der Spon­so­r­in­ge­be­ne durch den selbst ver­schul­de­ten Image­ver­lust müss­ten Sie Mar­ke­ting­ex­per­ten befragen.

»Was hät­te den bei­den geblüht, wenn die Ver­ge­hen wäh­rend der Par­tie statt­ge­fun­den hät­ten?« Nick Kyr­gi­os hät­te ein Code Vio­la­ti­on für Racket Abu­se oder wahr­schein­li­cher einen Unsports­man­li­ke Con­duct (da eine wenn auch nicht beab­sich­tig­te Gefahr für den Ball­jun­gen bestand) erhal­ten, im Ermes­sen des/r Stuhlschiedsrichters/in, je nach vor­he­ri­ger erhal­te­ner Code Vio­la­ti­on dann eine War­ning (1. Sank­ti­on), Point Penal­ty (2. Sank­ti­on) oder Game Penal­ty (3. und wei­te­re Sank­ti­on). Ein Default wäre es nicht gewor­den, da der Ball­jun­ge aus­ge­wi­chen ist und nicht getrof­fen wur­de. Im Fall Zverev wäre es im Ermes­sen des Schieds­rich­ters ent­we­der eine Code Vio­la­ti­on Unsports­man­li­ke Con­duct gewor­den, oder der Stuhl­schieds­rich­ter hät­te den Super­vi­sor bzw. den Refe­ree für einen Imme­dia­te Default zur Kon­sul­ta­ti­on geru­fen, wie­der­um nach Ermes­sen des Schieds­rich­ters, ob er sich per­sön­lich bedroht gefühlt hät­te. Nur er/sie ist der Exper­te der Situa­ti­on auf dem Platz. Wie gesagt, es wur­den schon frü­her Schlä­ger an Schieds­rich­ter­stüh­len zer­legt oder die Wer­be­ban­ner unter dem Schieds­rich­ter-Sitz zer­hackt, aller­dings dann meis­tens ohne Video­auf­zeich­nung und Social Media-Ver­brei­tung. Ein Imme­dia­te Default des­halb ist mir bis dato nicht bekannt. Jeder Vor­fall ist aber immer ein­zeln von den zustän­di­gen Offi­ci­als vor Ort zu bewerten.

             

Mediale Spielerbetreuung

Media­le Spielerbetreuung


Lie­ber Herr Hof­en, mich inter­es­siert sehr, ob Sie sich nie dafür inter­es­siert haben, die Medi­en­ar­beit für einen Pro­fi­spie­ler oder eine Pro­fi­spie­le­rin zu über­neh­men? Sie dürf­ten doch in der Sze­ne über die Jahr­zehn­te hin­weg bes­tens ver­netzt sein und alle Kon­tak­te haben. Pres­se­spre­cher eines Roger Fede­rer oder Alex­an­der Zverev – das wäre doch sicher span­nend, oder? Aus Ihrer Erfah­rung her­aus gespro­chen: Ab wel­cher Welt­rang­lis­ten­sek­ti­on wer­den Spie­le­rin­nen oder Spie­ler per­sön­lich medi­al betreut und beraten?

Impression
© Pix­a­bay

Frank Hof­en: Das ist eine sehr per­sön­lich ers­te Fra­ge, die ich aber ger­ne beant­wor­te. Es ist ja nicht so, dass ich kei­ne deut­schen Ten­nis­spie­ler medi­al betreut habe. Dies waren unter ande­rem Nico­las Kie­fer, Hen­drik Dreek­mann und zeit­wei­se auch Rai­ner Schütt­ler. Erfolg­rei­che Pro­fis in ihrer dama­li­gen Zeit. Aller­dings konn­te ich die­se Tätig­kei­ten nicht so umfas­send aus­üben, wie ich es mei­ner Ansicht nach hät­te tun müs­sen, zum Bei­spiel mit den umfas­sen­den Rei­sen zu den Tur­nie­ren, wo fol­ge des­sen mei­nes Erach­tens nach eine Prä­senz vor Ort erfor­der­lich gewe­sen wäre. Dem stand aller­dings mein Enga­ge­ment als Medi­en- und PR-Mann für die Ger­ry Weber World in Hal­le­West­fa­len kon­trär gegen­über. In die­ser 11.200 Zuschau­er fas­sen­den ost­west­fä­li­schen Sta­di­ona­re­na wird ja nicht nur seit 1993 ein ATP-Tur­nier aus­ge­tra­gen, dort fin­den — abge­se­hen von der zwei­jäh­ri­gen Coro­na-Pan­de­mie — ganz­jäh­rig unter­schied­li­che Events statt: Box- und Hand­ball-Welt­meis­ter­schaf­ten, Vol­ley­ball-Euro­pa­meis­ter­schaft, Län­der­spie­le im Hand­ball, Vol­ley­ball und Bas­ket­ball sowie Rock‑, Pop- und Klas­sik-Kon­zer­te mit inter­na­tio­na­len Stars wur­den mei­ner­seits medi­al beglei­tet. Die­ses Enga­ge­ment erfor­der­te eine ganz­jäh­ri­ge Prä­senz vor Ort. Soweit mein per­sön­li­ches Business.

„So früh wie möglich!”

Die Fra­ge, ab wann Ten­nis­spie­le­rin­nen bzw. Ten­nis­spie­ler einer media­len Beglei­tung bedür­fen, kann ich nur so beant­wor­ten: So früh wie mög­lich! Für mich beginnt eine media­le Beglei­tung mit dem Beginn einer Kar­rie­re, denn der Umgang mit der Öffent­lich­keit muss genau­so gelernt wer­den, wie die ten­nis­üb­li­chen Schlag­tech­ni­ken. Nur wer die Arbeits­wei­sen von Jour­na­lis­ten und Redak­tio­nen kennt, kann deren Ver­hal­ten auch beur­tei­len. Die Medi­en sind für jede Ten­nis­spie­le­rin und jeden Ten­nis­spie­ler ein Kar­rie­re-Bau­teil. Sie prä­gen näm­lich deren Bild in der Öffent­lich­keit und dies wie­der­um wirkt sich auf die deren Per­sön­lich­keit aus. Gegen­sei­ti­ges Ver­trau­en und gegen­sei­ti­ger Respekt sind erfor­der­lich, um auch kri­ti­sche Situa­ti­on zu über­ste­hen. Um aber media­les Wis­sen zu haben, müs­sen sie sich dem­zu­fol­ge auch von denen bera­ten und betreu­en las­sen, die die­ses Busi­ness pro­fes­sio­nell beherr­schen. Und das sind in der Regel nicht Eltern, Trai­ner oder Funk­tio­nä­re son­dern Jour­na­lis­ten. Selbst die­je­ni­gen, die Zei­tung lesen, ver­ste­hen nichts vom jour­na­lis­ti­schen Handwerk.

             

Druck für die Vorhand

Druck für die Vorhand


Wie schafft es mein Sohn, mehr Druck in sei­ne Vor­hand zu bekom­men? Sei­ne Trai­ner vor Ort schei­nen nicht vor­an zu kom­men. Es fehlt ihm an Län­ge und Druck. Er ist groß gewach­sen und wird in die­sem Jahr 18. Wie kann er das trainieren?

Jörg Lin­den: Nun, via »Fern­dia­gno­se« ist die­ses Pro­blem natür­lich nicht zu behe­ben. Um Feh­ler zu ana­ly­sie­ren und zu kor­ri­gie­ren, müss­te ich Dei­nen Sohn natür­lich spie­len sehen. Feh­len­der Druck kann meh­re­re Ursa­chen haben! Hier eini­ge Beispiele:

  1. Fal­sche Refle­xi­on im Handgelenk
  2. Zu viel Geschwin­dig­keit im Arm
  3. Man­gel­haf­te Oberkörperrotation
  4. Zu spä­ter oder seit­li­cher Treffpunkt
  5. Seit­li­che Stellung
  6. Zu wenig Beu­gung der Knie
  7. Zu hoher Körperschwerpunkt
  8. Der Schlä­ger wird zu fest gehalten
  9. Ein zu frü­hes Ver­las­sen der Treffphase
  10. Ein zu frü­hes Abkni­cken des Ellenbogens
  11. Ver­lust des Gleich­ge­wichts in der Endphase

Ein Fach­mann wird mit Dir die­se Punk­te nach und nach abarbeiten.

             

Diametrale Sichtweisen

Dia­me­tra­le Sichtweisen


Ser­vus, Herr Hof­en! Ich wür­de gern wis­sen, ob man etwas gegen nega­ti­ve Bericht­erstat­tung tun kann? Der Chef­re­dak­teur Sport ist in unse­rem klei­nen, aber einen fei­nen frän­ki­schen Ver­ein vor meh­re­ren Jah­ren von sei­nem Pos­ten als Pres­se­be­auf­trag­ter ent­bun­den wor­den und im Streit gegan­gen. Seit­her schreibt er in der loka­len Zei­tung nur noch nega­tiv über den Ten­nis­sport. Wir sind der ein­zi­ge Club im Ort, so dass die Wer­bung für unse­ren Ver­ein nicht schlech­ter sein könn­te. Ein Gespräch mit ihm und auch sei­nem Vor­ge­setz­ten hat jeden­falls kei­ner­lei Bes­se­rung gebracht. Haben Sie so etwas schon ein­mal erlebt? Sie kön­nen sich vor­stel­len, dass es unter die­sen Bedin­gun­gen unglaub­lich schwie­rig ist, Neu­mit­glie­der für unse­ren Club zu begeis­tern. Die­sel­be Anfra­ge stel­le ich auch Im Namen ein­zel­ner Tur­nier­spie­ler, die trotz tol­ler sport­li­cher Erfol­ge laut besag­tem Redak­teur stets „eine durch­wach­se­ne Leis­tung zeig­ten“ oder aber „nur mit sehr viel Glück sieg­ten konnten“.

Medien
© Pix­a­bay

Frank Hof­en: Das aus der Fer­ne zu beant­wor­ten, ohne inhalt­li­che Zusam­men­hän­ge zu ken­nen, ist fast unmög­lich. Mir ist auch nicht bekannt, dass ein Redak­teur absicht­lich nega­tiv schreibt. Hier scheint mög­li­cher­wei­se der inne­re Frust des ent­bun­de­nen Pres­se­be­auf­trag­ten so groß zu sein, dass er ihrem Ver­ein scha­den will. Nach­zu­wei­sen ist das sicher­lich kaum, denn sei­ne Per­spek­ti­ve auf die sport­li­chen Din­ge ihres Ver­eins sind sicher­lich ande­re, als die Ihri­gen und die Ihrer Tennisspieler.

Nun ist es sicher­lich schwie­rig, in der Tages­zei­tung ihren Ten­nis­club dar­zu­stel­len. Ich gehe ein­mal davon aus, dass es auch die ein­zi­ge Zei­tung am Ort ist?! Mei­ne Fra­ge: Schrei­ben Sie (oder der Ver­ein) die Pres­se­mit­tei­lun­gen sel­ber oder holt sich der Redak­teur die Infor­ma­tio­nen ein? Anhand Ihrer Text und den tat­säch­lich erfolg­ten Ver­öf­fent­li­chun­gen könn­ten Sie so über einen Zeit­rah­men eine Doku­men­ta­ti­on anfer­ti­gen, wo die redak­tio­nel­len Unter­schie­de erkennt­lich wer­den. Aller­dings legen Sie immer eine Objek­ti­vi­tät zugrun­de, denn Sie und der Redak­teur (er muss letzt­lich den Sport in der gesam­ten Stadt betrach­ten und ein­ord­nen) haben gezwun­ge­ner­ma­ßen dia­me­tra­le Sicht­wei­sen. Eine mög­li­che Doku­men­ta­ti­on könn­te aller­dings bei einem spä­te­ren Gespräch mit dem Chef­re­dak­teur, was ich aller­dings nicht für unbe­dingt sinn­voll hal­te, hilf­reich. Beden­ken Sie: ein Vor­ge­setz­ter wird sei­nen Mit­ar­bei­ter gegen­über der Öffent­lich­keit immer schüt­zen. Das ist völ­lig normal!

Was aber viel­fach den Chef­re­dak­teur oder die Ver­lags­lei­tung beein­druckt, ist die Mei­nung der Abon­nen­ten. Wenn Sie sich mit Ihrem (Tennis)Sport nicht rich­tig dar­ge­stellt sehen, kön­nen Sie denen das auch schrift­lich mit­tei­len. Nicht als Leser­brief, son­dern als Abon­nent, der sozu­sa­gen sei­ne per­sön­li­che Mei­nung als unzu­frie­de­ner Leser auf die­sem Wege mit­tei­len möch­te. Ein pro­ba­tes Mit­tel könn­te auch sein, dass Sie und Ver­eins­mit­glie­der die abon­nier­te Tages­zei­tung abbe­stel­len. Der Grund: Sie hal­ten die Bericht­erstat­tung für ten­den­zi­ös und kün­di­gen das Abo somit auf. Dies lässt die Ver­ant­wort­li­chen immer aufhorchen.

Leser wol­len die nicht verlieren!

Nun ist, zumal ich ihre medi­en­mä­ßi­ge Situa­ti­on in ihrem Ort nicht ken­ne, sicher­lich die Tages­zei­tung nicht das ein­zi­ge Mit­tel für eine öffent­li­che Dar­stel­lung ihres Ver­eins. Sie kön­nen sich doch werb­lich über ihre eige­ne Home­page dar­stel­len. Sie kön­nen doch auch im Ver­bund mit dem ört­li­chen Sport­ver­band auf sich auf­merk­sam machen, Fly­er in der Öffent­lich­keit und bei benach­bar­ten Ver­ei­nen ver­tei­len (viel­leicht spre­chen Sie ein­mal mit denen, ob die auch die­se Pro­ble­me mit dem Redak­teur haben), Schu­len anspre­chen und so ins­ge­samt gese­hen offen­si­ver auf­tre­ten. Nur ihren Ärger über die Tages­zei­tung aus­zu­las­sen, hilft Ihnen nicht. Machen Sie den ers­ten Schritt und igno­rie­ren Sie mög­li­cher­wei­se ihren Spe­zi bei der Tages­zei­tung. Zei­gen Sie viel­mehr, dass Öffent­lich­keits­ar­beit ihres Ten­nis­ver­eins aus mehr besteht, als nur aus einer Ver­öf­fent­li­chung in der Tageszeitung.

             

Aufschlag-Griffhaltung

Auf­schlag-Griff­hal­tung


Ich habe alle Dei­ne bis­he­ri­gen Tipps stu­diert und muss sagen, dass ich echt von Dei­ner Fach­kom­pe­tenz begeis­tert bin. Ich selbst habe seit jeher fol­gen­des Pro­blem: ich bekom­me den Wech­sel vom Vor­hand­griff auf den Rück­hand­griff beim Auf­schlag nicht hin. Wel­che Tricks gibt es da, um das Frus­tra­ti­ons­ni­veau mög­lich nied­rig zu hal­ten. Die Bäl­le gehen bei mir mit dem Rück­hand­griff über­all hin, nur nicht ins Feld. Mit Vor­hand kom­men die Bäl­le zwar rein, aber den Return bekom­me ich regel­mä­ßig um die Ohren.

Jörg Lin­den: Dan­ke zunächst ein­mal für Dein net­tes Feed­back! Es gibt eini­ge Mög­lich­kei­ten, die Sicher­heit zurück­zu­er­lan­gen. 1. Grei­fe zu Beginn nicht zu extrem um, son­dern pro­bie­re es mit einem »leich­te­ren« Rückhandgriff/Hammergriff. Du kannst Dich dann lang­sam her­an­tas­ten +++ 2. Oft­mals ändert sich der Griff, ohne das man es merkt. Nimm Dir einen Kugel­schrei­ber und klem­me ihn zwi­schen den Zei­ge­fin­ger, so ist gewähr­leis­tet, dass der Griff nicht ver­rutscht +++ 3. Fan­ge mit Teil­übun­gen an! Du stehst auf der T‑Linie und legst den Schlä­ger auf die Schul­ter, triff den Ball mit gestreck­ten Ell­bo­gen und stop­pe im Treff­punkt (kein Schlag/ganz lang­sa­me Stre­ckung zum Ball). Wenn das klappt, machst Du die­sel­be Übung, war­test bis der Ball auf­springt und ziehst jetzt in Zeit­lu­pe den Schlä­ger zur lin­ken Hosen­ta­sche. Wenn das klappt, schwingst Du den Schlä­ger nun in Zeit­lu­pe — ohne zu stop­pen — bis zur lin­ken Hosen­ta­sche durch. Wenn das klappt, lässt Du den Schlä­ger nicht mehr auf der Schul­ter lie­gen, son­dern machst in Zeit­lu­pe den kom­plet­ten Schwung. Wich­tig ist es, stets im Gleich­ge­wicht zu blei­ben und kon­trol­lier­te Schwün­ge zu prak­ti­zie­ren. Unser Gehirn ist im Stan­de, klei­ne­re Bewe­gung bes­ser zu spei­chern und zu ver­ar­bei­ten, als die gan­ze Bewe­gung »in einem Bis­sen zu verschlingen«.

             

Ziele visualisieren

Zie­le visualisieren


Visua­li­sie­ren ist eine Metho­de, Dei­ne Vor­stel­lungs­kraft zu nut­zen, um das zu ver­wirk­li­chen, was Du in Dei­nem Leben willst. Es han­delt sich dabei um nichts Neu­es oder Unge­wöhn­li­ches. Du setzt Dei­ne Phan­ta­sie ein und lässt einen Wunsch als rea­les Bild vor Dei­nem inne­ren Auge ent­ste­hen. In Berich­ten von erfolg­rei­chen Men­schen lesen wir, dass alle eine inne­re Vor­stel­lung von ihrem Erfolg hat­ten. Sie waren gera­de­zu beses­sen von der Idee, eine per­fek­te Leis­tung zu zei­gen und dafür eine hohe Aner­ken­nung zu bekommen.

1. Setz Dir ein Ziel! Stell Dir genau vor, was Du ver­wirk­li­chen willst. Such Dir zunächst ein Ziel, an das Du leicht glau­ben kannst und Du die Mög­lich­keit siehst, es bald zu ver­wirk­li­chen (z.B. unter Druck nicht mehr ängst­lich, son­dern aggres­siv und mutig wei­ter­zu­spie­len). So hast Du von Anfang an mehr Erfolgs­er­leb­nis­se beim Erler­nen der Tech­nik. Wenn Du mehr Übung hast, gehst Du Zie­le an, die Dich mehr fordern.

2. Mach Dir ein mög­lichst genau­es Bild von Dei­nem Ziel! Stell Dir im Geist Dei­ne Wunsch­si­tua­ti­on genau­so vor, wie Du sie Dir erträumst. Male Dir Dein inne­res Erfolgs­er­leb­nis. Den­ke ein­fach, dass Dein Wunsch bereits Wirk­lich­keit ist. Mal Dir in allen Ein­zel­hei­ten aus, wie Du Dich dann fühlst, wo Du bist, was pas­siert. Viel­leicht kannst Du Dir sogar vor­stel­len, wel­che Gerü­che und Geräu­sche Du wahr­nimmst, wel­che Men­schen dabei sind und wie die­se reagie­ren (z.B. ein Tur­nier­ge­winn, die Sie­ger­eh­rung, applau­die­ren­de Zuschau­er, stol­ze Eltern, ein Schluck Sekt aus dem Pokal).

3. Gib Dei­nem Ziel posi­ti­ve Ener­gie durch Affir­ma­tio­nen! Sei opti­mis­tisch wenn Du Dich auf Dein Ziel kon­zen­trierst. Bekräf­ti­ge mit posi­ti­ven, kur­zen For­meln Dei­nen Wunsch, als ob er bereits erfüllt wäre. Ver­su­che Zwei­fel und Beden­ken nicht zu beach­ten und lass immer mehr das Gefühl zu, dass Dein Ziel mög­lich ist. Eine Affir­ma­ti­on könn­te sein: „ Ich spie­le von Tag zu Tag immer bes­ser und bes­ser, total kon­zen­triert und erfolg­reich“. Mit der Zeit inspi­riert die­se For­mel Dein Unterbewusstsein.

4. Kon­zen­trie­re Dich auf Dein Ziel und übe täg­lich kon­se­quent! Durch regel­mä­ßi­ges Visua­li­sie­rungs­trai­ning wird Dein Wunsch zu einem Teil Dei­nes Lebens und nimmt kon­kre­te For­men an. Je öfter Du Dein Erfolgs­bild vor Dei­nem inne­ren Auge siehst, umso wahr­schein­li­cher wird die Ver­wirk­li­chung. Bei Dei­nen Übun­gen soll­test Du unge­stört an einem ruhi­gen Ort sein. In ent­spann­tem Zustand ist die­ses Visua­li­sie­rungs­trai­ning am effek­tivs­ten. Ich emp­feh­le, jeweils mor­gens nach dem Auf­wa­chen, vor dem Trai­ning und immer abends vor dem Ein­schla­fen jeweils 10 Minu­ten zu üben. Schlie­ße Dei­ne Augen, atme ein paar Mal ruhig und tief bis in Dei­nen Bauch und begin­ne, wenn Du Dich ruhig und ent­spannt fühlst. Stel­le Dir die Erfül­lung Dei­nes Trau­mes deut­lich vor (sie­he Punkt 2) und sprich dann 3 x laut Dei­ne Wunsch­for­mel aus. Auch auf dem Platz, beim Sei­ten­wech­sel, kannst Du das wie­der­ho­len. Nur wer Visua­li­sie­rungs­tech­ni­ken beherrscht und Zie­le vor Augen hat, kann die­se auch erreichen!