»Unstoppable«

»Unstoppable«


Ich habe Euch ja schon über mei­ne gro­ße Lie­be zu Bio­gra­phien berich­tet und mei­ne letz­ten Blogs haben sich ja auch sehr exklu­siv mit die­sem Gen­re beschäf­tigt. Nein, ich habe kei­ne Hetz-Mail bekom­men, wel­che mich als »alten Chau­vi« oder Ähn­li­ches titu­liert, da ich mich bis heu­te nur um die Lebens­ge­schich­ten von männ­li­chen Erzäh­lern geäu­ßert habe. Ich bin selbst drauf gekom­men! Ich wer­de — begin­nend mit dem heu­ti­gen Bei­trag — ein paar rich­tig gute Frau­en vorstellen!Und den Start macht Maria Sharapova.

Oh Nein, die hat doch immer so her­um gestöhnt auf dem Platz… Ist das nicht die Zicke, von der einer ihrer Ex-Hit­ting-Part­ner sag­te, im Trai­ning hät­te er Maria nie län­ger als fünf Sekun­den anschau­en dür­fen… und… und… und… Alles okay… ganz ehr­lich, ich habe sie auch nie wirk­lich sym­pa­thisch gefun­den. Hübsch? Ja! Sym­pa­thisch? Nein! Aber, und das respek­tie­re ich bei Men­schen, die sich im pro­fes­sio­nel­len Sport tum­meln, als die abso­lu­te Top- Eigen­schaft: 100%ige Lei­den­schaft und Pro­fes­sio­na­li­tät. Und dies­be­züg­lich ist Maria Sha­ra­po­va ein abso­lu­tes Vor­bild für jeden Sport­ler. Abso­lut lesens­wert, fünf Asse! PS: Wie­der, wie alle guten Ten­nis­bü­cher, in eng­li­scher und — wer es mag — fran­zö­si­scher Spra­che. Und weil ich Maschas Pro­fes­sio­na­li­tät gera­de eben schon gelobt habe: das Gan­ze gibt es auch als Hörbuch.

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Coaching-Floskeln

Coa­ching-Flos­keln


Ver­spä­tet, aber doch hat in Öster­reich die Mann­schafts­meis­ter­schaft begon­nen, was ich ger­ne zum Anlass neh­me, um eine klei­ne Aus­wahl mir bekann­ter »Coa­ching-Flos­keln« zum Bes­ten zu geben. Dazu zäh­len: „Spiel’ Punkt für Punkt!” — „Spiel’ den Ball und nicht die Geg­ne­rin bzw. den Geg­ner!” — „Spiel’ das, was Du kannst und nicht, was Du ger­ne spie­len möch­test!” — „Spiel’, um zu gewin­nen und nicht, um nicht zu ver­lie­ren!” — „Das Match ist erst zu Ende, wenn der letz­te Punkt gespielt wur­de!” — oder wie es mei­nes Wis­sens der Vater von Tho­mas Mus­ter ein­mal tref­fend for­mu­liert hat: „Auf­ge­ge­ben wird nur ein Brief!”

Impression
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Die­se Aus­sa­gen haben natür­lich auch einen gewis­sen Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum, des­halb eine kur­ze Erklä­rung mei­ner Sicht­wei­sen: Für mich bedeu­tet bei­spiels­wei­se „Spiel’ Punkt für Punkt!“, dass man sich auf das »Jetzt« kon­zen­trie­ren soll. Egal was war oder was noch kom­men wird: Ver­su­che, die­sen Punkt zu gewin­nen und gib’ Dein Bes­tes! +++ „Spiel’ den Ball und nicht die Geg­ne­rin bzw. den Geg­ner!“ wie­der­um heißt für mich, dass es nicht von Bedeu­tung ist, wer auf der ande­ren Sei­te des Net­zes steht. Der Fokus liegt nicht auf den Gefüh­len, die mein Gegen­über in mir aus­löst, son­dern ein­zig und allein auf dem Ball, der auf mich zukommt und den spie­le ich so gut und unan­ge­nehm wie mög­lich auf die ande­re Sei­te zurück! +++ Eine mei­ner Lieb­lings­aus­sa­gen ist „Spiel’ das, was Du kannst und nicht, was Du ger­ne spie­len möch­test!“ Meis­tens in Ver­bin­dung mit der vor­her getä­tig­ten Aus­sa­ge der Spielerin/des Spie­lers „Die­ser Schlag ist mir schon ein­mal gelun­gen. Den kann ich!” Mei­ne Ant­wort dar­auf lau­tet dann meis­tens: „Das mag sein, aber jetzt gera­de eben nicht…” Das, um was es letzt­end­lich in die­ser Aus­sa­ge geht ist, dass man sich bewusst machen soll, was man kann und dies vor allem in ent­schei­den­den Situa­tio­nen im Match auch umzu­set­zen ver­sucht. Ris­kan­te Bäl­le, die viel­leicht spek­ta­ku­lä­rer, aber sehr sel­ten erfolg­ver­spre­chend sind, sind hin­ge­gen zu vermeiden.

Die nächs­te Aus­sa­ge, die mei­nes Wis­sens Roger Fede­rer getä­tigt hat, näm­lich „Spiel’ um zu gewin­nen und nicht, um nicht zu ver­lie­ren!“ ist grund­sätz­lich rela­tiv ein­fach zu ver­ste­hen, aber in der Rea­li­tät häu­fig sehr schwer umzu­set­zen. Dabei geht es mei­nes Ver­ständ­nis­ses nach dar­um, das Heft selbst in die Hand zu neh­men, den Gegen­über zu bewe­gen, unter Druck zu set­zen, das Spiel zu bestim­men und nicht auf den Feh­ler zu war­ten. Dabei darf man aber nicht »über­powern« und/oder zu ris­kant spie­len, denn das führt in der Fol­ge zu einer Viel­zahl von unforced errors. Genau die­se Balan­ce zu fin­den, macht die Umset­zung so schwierig.

Die letz­te Coa­ching-Mes­sa­ge besagt ein­fach nur, dass man nie auf­ge­ben soll. Bis der letz­te Punkt nicht ver­lo­ren gegan­gen ist, hat man immer noch die Mög­lich­keit, das Match für sich zu ent­schei­den. Und ver­meint­lich ver­lo­ren geglaub­te Matches noch zu dre­hen, waren und blei­ben doch die schöns­ten Sie­ge! In die­sem Sin­ne wün­sche ich Euch viel Erfolg bei Euren Matches.

             

Messung von PR-Arbeit

Mes­sung von PR-Arbeit


Hal­lo Herr Hof­en. Wir betrei­ben bei uns im Club eine — sagen wir mal: flei­ßi­ge — Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit. Auch und vor allem club­in­tern, was die Infor­ma­ti­ons­po­li­tik Rich­tung Mit­glie­der angeht. Mei­ne Fra­ge nun: wie kann man die eige­ne Pres­se- & Öffent­lich­keits­ar­beit mes­sen? Ich wür­de das was wir machen ger­ne ein­mal ana­ly­sie­ren und bewer­ten, um zu schau­en, ob und wie sich was ent­wi­ckelt, damit wir spä­ter wei­ter opti­mie­ren können.

Medien
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Frank Hof­en: Das ist eine sehr gute und berech­tig­te Fra­ge, auf die ich eigent­lich kei­ne Ant­wort habe. Mei­ner­seits könn­te ich mich hin­ter all­ge­mei­nen Erklä­run­gen ver­ste­cken, doch das hilft Ihnen auch nicht wei­ter. Nun ist mir nicht bekannt, wie Sie Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit über­haupt durch­füh­ren, sowohl nach außen als auch nach innen.

Von daher will ich das ein­mal theo­re­tisch strukturieren!

Sie haben im Club einen Aus­schuss, bzw. Arbeits­kreis für Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit. Den lei­ten Sie als zustän­di­ges Vor­stands­mit­glied. Dem gehö­ren bei­spiels­wei­se rele­van­te Grup­pen, wie unter ande­rem ein(e) Junior*in, Senior*in, Trai­ner, Jugendwart*in und Breitensport-Wart*in, etc. an. Aller­dings soll­te die­ses Gre­mi­um nicht zu groß sein, denn es muss arbeits­fä­hig sein. Hier haben Sie eine Mög­lich­keit, sich ein Stim­mungs­bild zu ver­schaf­fen. Wenn das nicht reicht, kön­nen Sie bei­spiels­wei­se einen Fra­ge­bo­gen für Ihre Mit­glie­der erar­bei­ten. Fra­gen Sie dar­in nach, was sie ger­ne ver­öf­fent­licht wis­sen möch­ten? Was ver­bes­sert wer­den soll­te? Sie kön­nen auch die Fra­ge stel­len, füh­len sich die Mit­glie­der bes­tens infor­miert? Oder wie soll­te der inter­ne Infor­ma­ti­ons­fluss aus­se­hen? News­let­ter via E‑Mail? Wer pflegt Insta­gram, Twit­ter oder Face­book? Wenn Sie das erfragt haben, ken­nen Sie die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le der Mitglieder.

Des Wei­te­ren laden Sie ein­mal Ihre Mannschaftsführer*innen ein und bespre­chen mit denen die inter­nen Abläu­fe aus deren Per­spek­ti­ve. Was kön­nen sie leis­ten und was ist für Sie erfor­der­lich, um dar­aus Pres­se­mel­dun­gen zu erstel­len? Wie sieht es mit dem Bild­ma­te­ri­al der Mann­schaf­ten aus? Haben Sie Team­bil­der in der ent­spre­chen­den Club­klei­dung? Für das Image enorm wich­tig. Von daher auch kei­ne Frei­zeit­klei­dung, kei­ne Adi­let­ten an den Füßen und umhän­gen­de Hand­ta­schen bei den Spie­le­rin­nen. Das bespre­chen Sie offen mit­ein­an­der. In ähn­li­cher Art und Wei­se kön­nen Sie so auch mit dem Jugendausschuss/Jugendwart*in kom­mu­ni­zie­ren. Wich­tig ist im Umgang mit den Mit­glie­dern, dass sie Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit auch ver­ste­hen. Sie als Pres­se­wart sind sozu­sa­gen der Fil­ter zwi­schen innen und außen, denn nicht alles was sich intern abspielt, ist für die Öffent­lich­keit bestimmt.

Mein Fra­ge an die Mit­glie­der war daher immer: „Wis­sen sie, war­um es Pres­se­war­te gibt?“ Mei­ne Ant­wort: „Damit nicht alles nach drau­ßen dringt!“ Dar­an kön­nen Sie die Wich­tig­keit die­ses Amtes erken­nen. Und das müs­sen die Mit­glie­der eben­falls ver­ste­hen und von daher ist inter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on enorm wich­tig, die Sie füh­ren müs­sen. Um Medi­en zu ver­ste­hen, besu­chen Sie mit den Mit­glie­dern doch ein­mal eine Redak­ti­on oder ein Ver­lags­haus? Oder laden Sie den Sport­chef ihrer Tages­zei­tung zu einem Gespräch in den Pres­se­aus­schuss ein, damit der Redak­teur aus sei­ner Sicht der Din­ge erläu­tern kann. Sehr wich­tig zum gegen­sei­ti­gen Ver­ste­hen, denn er muss die gesam­te loka­le Sport­sze­ne­rie im Blick haben. Und wenn bei­de Sei­ten dafür Ver­ständ­nis auf­brin­gen, so dürf­te auch Ihre Kom­mu­ni­ka­ti­on ein­fa­cher sein. Ob das hilft weiß ich nicht, aber loh­nens­wert ist das alle Male.

             

Die 7 journalistischen W’s…

Die 7 jour­na­lis­ti­schen W’s…


Sehr geehr­ter Herr Hof­en, dan­ke, dass Sie sich hier den Fra­gen der Leser stel­len. Ich möch­te ger­ne wis­sen, woher die Flos­kel »7 jour­na­lis­ti­sche W’s« kommt und was genau sie bedeu­tet. Kön­nen Sie mir hel­fen? Ich wür­de mich gern bei uns im Ver­ein in die Pres­se­ar­beit ein­brin­gen und bin auf die­se Flos­kel in den Unter­la­gen mei­nes ver­stor­be­nen Vor­gän­gers gesto­ßen! Lei­der wird die­se hier nicht näher erklärt!

Medien
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Frank Hof­en: Das ist kei­ne Flos­kel Ihres Vor­gän­gers, es sind die wich­ti­gen »7 jour­na­lis­ti­schen W’s«. Sie müs­sen in jedem Text – mag er auch noch so kurz sein — beant­wor­tet wer­den. Von daher müs­sen Sie sich vor dem Ver­fas­sen immer an die­sen Fra­gen ori­en­tie­ren. Der Emp­fän­ger (Redak­ti­on, Leser, etc.) muss schließ­lich wis­sen, vor­her all die­se Infor­ma­tio­nen kom­men. Im Ein­zel­nen sind das:

  • Wer? (der Name): Mar­lies Mül­ler, das Nachwuchstalent…
  • Was? (die Sache): Der 6:3‑Sieg des TC Ampfing…
  • Wann? (die Zeit): Der gest­ri­ge Erfolg  war der ers­te seit…
  • Wo? (der Ort): Auf der Club­an­la­ge beim TC Nir­gend­wo war…
  • War­um? (die Ursa­che): Der uner­war­te­te Drei­satz­sieg von Müller…
  • Wie? (die Umstän­de): Ein schnel­ler Gesun­dungs­pro­zess bei der Topgesetzten…
  • Woher? (die Infor­ma­ti­on): Wie in der Pres­se­mit­tei­lung des TC Nirgendwo…

Die­se Infor­ma­tio­nen ste­hen am Anfang Ihrer Pres­se­mit­tei­lung, wobei sie nicht in die­ser Rei­hen­fol­ge geschrie­ben sein müs­sen. Aller­dings soll­ten Sie vor Schreib­be­ginn dar­über nach­den­ken, wie die »jour­na­lis­ti­schen W’s« in Ihre Pres­se­mit­tei­lung ein­zu­bau­en sind. Legen Sie sich daher zuvor eine Check­lis­te zurecht mit Stich­wor­ten wie The­ma, Recher­che, Text­struk­tur sowie For­mu­lie­run­gen. So kön­nen Sie nach dem Ver­fas­sen prü­fen: habe ich alles drin? Nach eini­ger Zeit des Schrei­bens von Arti­keln wer­den Sie fest­stel­len, dass Ihnen das alles in »Fleisch und Blut« über­ge­gan­gen ist. Im Übri­gen kann ein »W« auch zu Beginn der Pres­se­mit­tei­lung in ein Zitat geklei­det sein und macht so neu­gie­rig auf das, was text­lich noch folgt.

Fazit: je »zei­tungs­ge­rech­ter« Sie schrei­ben, des­to grö­ßer ist die Chan­ce, sie als Notiz in der Zei­tung wie­der­zu­fin­den. Was »zei­tungs­recht« heißt, dazu von mir noch eini­ge Merkmale:

  • Das Wich­tigs­te gehört auch immer nach vorne
  • Nur Sach­lich­keit zählt
  • Ver­wen­den Sie Vor- und Zunamen
  • Nie Herr oder Frau (dies sind Anreden)
  • Arbei­ten Sie mit Zitaten
  • Ver­mei­den Sie all­ge­mei­ne Wertungen
  • Der Inhalt muss von loka­ler Bedeu­tung sein
  • Der Umfang der Pres­se­mit­tei­lung muss der Bedeu­tung des Inhalts entsprechen
  • Nie mehr als eine DIN-A4-Sei­te und schrei­ben Sie 1,5‑zeilig
  • Über­schrif­ten sind Sache der Redaktion
  • Wich­tig sind Ihre Kon­takt­da­ten für Rückfragen

Mei­ner­seits hof­fe ich nun Ihnen gehol­fen zu haben.

             

»Serious«

»Serious«


„Was darf es sein?“ — „Ein Mal BIG MAC, kei­ne Pom­mes, kei­ne Coke!“ — Immer wie­der gibt es die von mir aus abso­lut berech­tig­te Kri­tik am heu­ti­gen Welt-Ten­nis-Zir­kus, dass die Per­sön­lich­kei­ten feh­len. Nun, wir haben vie­le tol­le Per­sön­lich­kei­ten. Fede­rer, Nadal, Wil­liams, Halep…. und wie sie alle hei­ßen. Tol­le Spie­ler, tol­le Per­sön­lich­kei­ten… aber hmm… alle irgend­wie so unglaub­lich… nett, artig, ange­passt. »Main­stream«. Strom­li­ni­en­för­mig. Kommt dann auf ein­mal so etwas wie ein Nick Kyr­gi­os daher, hoch­be­gabt, respekt­los dem bestehen­dem Ten­nis-Estab­lish­ment gegen­über, unge­hor­sam und mach­mal auch wirk­lich grenz­wer­tig unan­stän­dig… dann wird heut­zu­ta­ge nicht mehr ein­fach nur mit Schul­tern gezuckt oder mit dem Kopf geschüt­telt, nein, es wird über def­ti­ge Geld­stra­fen und Spiel­sper­ren debattiert.

Irgend­wie scha­de. Ich erin­ne­re mich so ger­ne an Jim­my Con­nors und sei­nen Stin­ke­fin­ger, Ilie (»nasty« unar­tig) Nasta­se… oder eben BIG MAC John McEn­roe. Talent, gepaart mit einer Por­ti­on Wahn­sinn. Ten­nis war nicht ein­fach nur Sport. Es war viel mehr. Und ich wür­de mir wirk­lich wün­schen, wenn’s von die­ser Sor­te wie­der etwas mehr gäbe. Und solan­ge es nur noch — ohne Zwei­fel abso­lut genia­le — Ten­nis­spie­len­de Sau­ber­män­ner und ‑Frau­en gibt… holt Euch ein­fach mal »Serious« von John McEn­roe. Eine wun­der­ba­re Lebens­ge­schich­te über einen wun­der­bar ver­rück­ten Cham­pi­on. Ich habe die Hoff­nung noch nicht auf­ge­ge­ben: Irgend­wann wer­den auch die gan­zen Ten­nis­gre­mi­en erken­nen: Genau­so, wie »Dra­ma« ein Bestand­teil des täg­li­chen Lebens ist, soll­te es auch wie­der ein Teil des Ten­nis- ZIRKUS’ wer­den. Zuschau­er­zah­len wür­den dras­tisch stei­gen! BIG MAC? SERIOUS? Abso­lut geni­al. Fünf Asse!

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Spezialschläge

Spe­zi­al­schlä­ge


Hal­lo Jörg! Ich bin Übungs­lei­te­rin bei uns im Club und selbst eine sehr pas­sa­ble Spie­le­rin (LK3). Ich fra­ge mich, ab wann ich mei­nen Jugend­li­chen Spe­zi­al­schlä­ge bei­brin­gen soll? Sli­ce und Top­spin sind ja emi­nent wich­tig und ich möch­te den Junio­rin­nen und Junio­ren bei uns im Club ger­ne recht­zei­tig auf­zei­gen, dass es mehr gibt, als den soli­den gera­den Grund­schlag. Auch und vor allem beim Auf­schlag stellt sich mir die Fra­ge, ab wann Jugend­li­che über­haupt Sli­ce und Kick auf die Rei­he bekom­men sol­len und können?!

Jörg Lin­den: Das ist eine span­nen­de Fra­ge und gene­rell wür­de ich die­se mit »JA« beant­wor­ten. Ich habe schon die ver­rück­tes­ten Sachen gese­hen! Dass zum Bei­spiel Vor­hand Top­spin direkt bes­ser war, als der »nor­ma­le« Schlag. Eben­falls gab es Rück­schrit­te und ich habe den Schü­ler mit neu­en Tech­ni­ken über­for­dert. Du sol­lest auf jeden Fall Spe­zi­al­schlä­ge demons­trie­ren und aus­pro­bie­ren las­sen. Es gibt kei­ne wirk­li­che Faust­for­mel, was das Alter betrifft, um mit Spe­zi­al­schlä­gen zu begin­nen. Der Schü­ler (die Schü­le­rin) soll­te aller­dings gewis­se Vor­aus­set­zun­gen erfül­len, um sich die­sen beson­de­ren Schlä­gen inten­si­ver zu widmen.

Ers­tens: Das Beherr­schen der Grund­tech­nik des zu erler­nen­den Spe­zi­al­schlags ist enorm wich­tig. Zwei­tens: Das Talent und die koor­di­na­ti­ve Bereit­schaft für die neue Bewe­gung soll­ten vor­han­den sein. Drit­tens: Das Fest­set­zen der indi­vi­du­el­len Zie­le des Schü­lers. Was möch­te er errei­chen? Mann­schaft? Tur­nie­re ? Frei­zeit­ten­nis? Vier­tens: Wie vie­le Ein­hei­ten trai­niert der Schü­ler pro Woche? Fünf­tens: Wie hoch sein Frus­tra­ti­on-Level? Sechs­tens: Die Grund­ele­men­te des Ten­nis in moti­vie­ren­den pro­gres­si­ven Schrit­ten ver­mit­teln, ist eine erfolg­rei­che Metho­de. Sieb­tens: Die Auf­ga­ben dem indi­vi­du­el­len Kön­nens- und Wis­sen­stand anzu­pas­sen, ist der Schlüs­sel zum Erfolg und zur Erhal­tung des Spaß­fak­tors. Schließ­lich soll der Schü­ler ja in der nächs­ten Woche wie­der kommen.

Um das etwas all­ge­mei­ner zu for­mu­lie­ren, soll­te der Schü­ler in der Lage sein, Ball­wech­sel spie­len zu kön­nen und die Grund­tech­ni­ken locker beherr­schen. Hat der Schü­ler zum Bei­spiel nur ein Mal pro Woche Trai­ning, macht es durch­aus Sinn, in eini­gen Trai­ner­stun­den den Kick-Auf­schlag zu demons­trie­ren und ihn aus­pro­bie­ren zu las­sen, jedoch wird er den Spaß ver­lie­ren, wenn 45 Minu­ten nur Kick-Auf­schlag trai­niert wird. Je nach indi­vi­du­el­len Zie­len, Leis­tungs­stand und Trai­nings­ein­hei­ten pro Woche bespre­che ich gemein­sam mit dem Schü­ler den zukünf­ti­gen Trai­nings­plan. Ich habe schon mit 8‑Jährigen Spe­zi­al­schlä­ge trai­niert, was natür­lich nicht die Regel ist. Neben inten­si­ven Spiel- und Tak­tik­ein­hei­ten, kannst Du beden­ken­los fast jedem Schü­ler in pro­gres­si­ven, kur­zen Schrit­ten spe­zi­el­le Tech­ni­ken demons­trie­ren. Schnell wer­det Ihr Bei­de sehen, ob es Sinn macht, dar­an fest zu hal­ten oder ob die Trai­nings­schwer­punk­te wei­ter­hin auf ande­re Zie­le gelegt werden.

             

ATP-Rente

ATP-Ren­te


Hal­lo Herr Goell­ner! Es ist ja immer die Rede davon, dass es für die Pro­fi­spie­ler eine »ATP-Ren­te« geben soll. Mich wür­de nun mal inter­es­sie­ren, wer Anspruch auf eine sol­che Ren­te hat, wel­che Vor­aus­set­zun­gen man erfül­len muss und wie hoch eine sol­che Ren­te ist? Wird die­se Ren­te bis ans Lebens­en­de gezahlt? Dan­ke für die Mühen und viel Erfolg mit Ihrer Akademie!

Money
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Marc-Kevin Goell­ner: Dan­ke für Dei­ne Anfra­ge. Um Anspruch auf die ATP-Ren­te zu haben, musst Du ver­schie­de­ne Kri­te­ri­en erfül­len. Ers­tens musst Du — so war es zumin­dest bei mir damals — fünf Jah­re lang min­des­tens elf Tur­nie­re pro Jahr auf der ATP-Tour spie­len, um Dich über­haupt für eine mög­li­che Ren­te zu qua­li­fi­zie­ren. Die Höhe der Ren­te vari­iert natür­lich. Heu­te ist sicher viel mehr Geld in der Ren­te, als noch zu mei­nen Zei­ten. Wenn man bei den Kol­le­gen so nach­fragt, so kann man ca. 100 Euro monat­li­che Ren­te pro voll gewer­te­ter Sai­son kal­ku­lie­ren. Im Schnitt liegt die Ren­te also bei 500 bis ca. 2.000 Euro. Ab dem Jahr, wo Du 50 Jah­re alt wirst, könn­te man sich die Ren­te aus­zah­len las­sen. Wer es möch­te, kann sich die Ren­te aber auch erst mit 60 aus­zah­len las­sen. Die Ren­te gilt aller­dings nicht ein Leben lang, son­dern für maxi­mal 20 Jahre.

             

Selbstständig werden

Selbst­stän­dig werden


Hal­lo Herr Goell­ner! Ich bin Coach und betreue eini­ge recht gute Nach­wuchs­spie­le­rin­nen und ‑spie­ler. Sie las­sen sich von ihren Eltern oder Groß­el­tern alle­samt gern den berühm­ten Aller­wehr­tes­ten nach­tra­gen. Wie kann ich die­se Kids und vor allem deren Eltern und Groß­el­tern erfolg­reich davon über­zeu­gen, dass die Kids ler­nen müs­sen, auf eige­nen Bei­nen zu ste­hen und als poten­ti­el­ler Pro­fis selbst­stän­dig zu wer­den haben?! Mir gehen die Argu­men­te aus. Dan­ke für Ihren pro­fes­sio­nel­len Rat und toll, dass es solch ein Forum wie hier auf der Ten­nis­re­dak­ti­on gibt! Gro­ße Klasse!

Marc-Kevin Goellner
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Marc-Kevin Goell­ner: Dan­ke zunächst für das Lob! Natür­lich beob­ach­ten auch wir die­se Pro­ble­ma­tik, dass die Eltern das drin­gen­de Gefühl ver­spü­ren, den Kin­dern die Tasche tra­gen zu müs­sen! Da hilft jedoch nur reden! Die Kin­der müs­sen ver­ste­hen, dass sie auf und abseits des Ten­nis­plat­zes selbst­stän­dig wer­den müs­sen, um auf dem Platz eigen­stän­dig Lösun­gen fin­den zu kön­nen. Das muss man den Kin­dern und Nach­wuchs­spie­le­rin­nen und ‑spie­lern lei­der immer wie­der neu erklä­ren. Damit kämp­fen auch wir. Tipp: Wenn ich sehe, dass die Eltern sich die Tasche ihrer Kin­der schnap­pen, fra­ge ich dann immer gern, ob sie mei­ne viel­leicht auch noch neh­men könn­ten und auch den Platz noch abzie­hen wür­den. Die­ser Sar­kas­mus hilft dann für den Moment oft. Eins ist aber doch klar: wenn man im Ten­nis erfolg­reich wer­den möch­te, muss man auch im Leben selbst­stän­dig sein.