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Wertvolle Vereinstipps

Frage an Thassilo Haun: Ich bin in unserem Tennisverein (Niedersachsen-Bremen) zum Geschäftsführer bestellt worden. Selbstverständlich will man gleich nach Amtsübernahme nichts falsch machen – auf der anderen Seite aber auch viel bewegen. Im Vorstand beabsichtigen wir gleich mehrere Positionen neu zu besetzen. Zum einen geht es um einen neuen Platzwart (der bisherige Platzmeister war ehrenamtlich tätig, scheidet aber leider aus Altersgründen aus) und zum anderen um die Verpflichtung einer neuen Tennisschule, die das gesamte Training bis auf Anfängerkurse übernehmen soll. Die Anfänger werden bei uns seit Jahrzehnten von einem sehr verdienten Mitglied aus dem Seniorenbereich betreut und das soll nach Möglichkeit auch so bleiben. Dieser Herr (77 Jahre alt) ist in unserem Verein eine Institution. Meine Fragen: was ist vertraglich hinsichtlich des Platzwarts zu beachten (vor allem versicherunsgtechnisch) und wie können wir einen neue Tennisschule davon überzeugen, den Anfängerbereich abzutreten? Daran sind nämlich bislang schon mehrere Gespräche im Vorfeld gescheitert. Alle Tennisschulen wollen 100% oder verzichten. Leider bin ich kein Jurist und mir fehlt noch die notwendige Erfahrung in der Vereinsarbeit.

Thassilo Haun
© AINFACH.com

Thassilo Haun: Vielen Dank für die Fragen! Wie Sie bin auch ich kein Jurist. Dennoch kenne ich die Ihrerseits beschriebene Situation sehr gut, in einem neuen Amt viel bewegen und gleichzeitig wenig falsch machen zu wollen.

Thema »Platzwart«

Was den Platzwart angeht, so könnte dieser als freier Mitarbeiter engagiert werden, wenn er auch weitere Auftraggeber vorweisen kann. Sollte Ihr Tennisverein im Tennis-Verband Niedersachsen-Bremen ihm eine ausreichende Auslastung anbieten können, so ist auch eine Beschäftigung in Voll- oder Teilzeit denkbar, mit allem, was im Bereich Sozialversicherung dazugehört. Manche Vereine haben auch Dienstwohnungen, die auf dem Vereinsgelände zu finden sind. Hier kommen dann Themen wie geldwerter Vorteil ins Spiel. All dies ist individuell vereinbar und ich habe in den vergangenen Jahren quasi alle Varianten kennengelernt. Es kommt immer auf das Profil der Person an. Manche Hausmeister, die privat Tennis spielen, eignen sich oft sehr gut als Platzwart. Und manch »verdienter« Platzwart mit vermeintlichen Referenzen ist vielleicht doch nicht mehr so motiviert und engagiert, wie es eine frühere Referenz vermuten lässt.

Vielleicht ist der für Ihren Verein geeignete Kandidat ein Rentner, der Tennis spielt und über eine technische und/oder gärtnerische Ausbildung verfügt. Vielleicht ist eine Dame die richtige Kandidatin, die mitten im Leben steht und ihre Teilzeittätigkeit im Büro durch eine sinnvolle Arbeit an der frischen Luft ergänzen möchte. Eine Arbeit, bei der sie am Ende des Tages auch erkennen kann, was sie geleistet hat. Dies ist für viele Büromenschen eine große Motivation.

Platzwart
© Hasenkopf

In meiner Zeit bei Iphitos München gab es festangestellte Platzwarte, die ganzjährig ein Auge auf die gesamte Anlage warfen und punktuell (z.B. bei den BMW Open) durch freie Mitarbeiter unterstützt wurden. Es kommt auch darauf an, ob der neue Platzwart nur die Platzpflege bei Ihnen macht oder auch die Pflege der Grünanlagen, die Reinigung des Sanitärbereiches, etc. Bei einem großen Verein mit entsprechenden Ansprüchen ist das Leistungsverzeichnis natürlich umfangreicher, als bei einem kleineren Verein, dessen Prioritäten anders gelagert sind.

Ich bin immer gut damit gefahren, nicht zu viel auf Referenzen zu schauen. Das Stellen konkreter Fragen und das Anbieten eines Probearbeitens kann beide Seiten annähern und gibt Gelegenheit, Menschen besser kennenzulernen. Ich habe Platzwarte kennengelernt, die, was den äußeren Eindruck angeht, relativ ungepflegt durch die Gegend liefen. Die von Ihnen gepflegten Plätze und Rasenflächen aber waren »tiptop« in Schuss und auch die Hecken waren so, wie man es sich vorstellt. Andere wiederum kamen mit neuesten Klamotten von Markenherstellern und teuren Geräten, dazu manikürte Hände. Nicht ganz überraschend waren die Hecken schief und die Plätze weich. Man sollte nie nach dem Äußeren gehen.

Thema »Verdientes Mitglied«

Menschen, die sich viele Jahre in einem Verein engagieren, verdienen zu Recht unseren Respekt. Der von Ihnen genannte 77-jährige Herr ist bestimmt ein leuchtendes Beispiel dafür und auch ich würde es begrüßen, wenn er weiterhin »seine« Anfänger trainieren darf. Das beschriebene Problem von Tennisschulen, nicht bereit zu sein, ein Stück weit zu »teilen«, ist mir bekannt und in jedem Fall bedauernswert.

Für mich als verantwortliche Person wäre jede Tennisschule, die so reagiert, automatisch die Falsche für meinen Verein. Denn in einem Verein geht es um die Gemeinschaft, um soziale Aspekte, um einen Raum der Begegnung und des Miteinanders. Wer dies nicht vorlebt und dies nicht in sich trägt, ist vorrangig kommerziell ausgerichtet und wird die Herzen der Mitglieder nicht vollumfänglich erreichen.

Impression
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Was halten Sie von der Idee, dass der ältere Herr bei den Gesprächen mit potentiellen Tennisschulen dabei ist?! Möglicherweise kann er Sie bei der Auswahl unterstützen. Aufgrund seiner Lebenserfahrung und seiner offensichtlich sehr ausgeprägten Empathie wird er bei Kandidaten Dinge heraushören oder spüren, die die Chance erhöhen können, sich für den oder die Richtige zu entscheiden.

Manche Bewerber verwenden in Vorstellungsgesprächen gewisse Floskeln und Redewendungen, die man eben so sagt. Bei genauerem Nachfragen zeigt sich oft, dass die Dinge manchmal anders liegen. Hier könnten Sie sich zusammen mit dem verdienten Mitglied die Bälle im Gespräch zurollen und Reaktionen gemeinsam bewerten.

Ich halte gerne und intensiv Kontakt zu älteren Mitgliedern in den Vereinen. Sie verfügen über einen großen Erfahrungsschatz und haben schon sehr viele Dinge in »ihrem« Verein kommen und gehen sehen. Für mich gab es nie die Frage, ob ich ältere Menschen in meine Überlegungen einbinde oder nicht. Für mich gab es nur die Frage, wie lange sich das ältere Mitglied für mich Zeit nimmt. Und hier wurde ich immer positiv überrascht.

Bei weiteren Fragen können Sie mich gerne anrufen, wenn Sie weitere Unterstützung wünschen. Meine Kontaktdaten wie E-Mail-Adresse und Mobilnummer finden Sie auf meiner Website.

  » Thassilos bisherige Beiträge…

Erfahrung siegt

War das letzte Grand-Slam-Finale bei den US Open zwischen Thiem und Zverev eine emotionale Achterbahn der Gefühle, zeigte das diesjährige Endspiel der Australian Open wie dominant ein Spieler mit entsprechender Erfahrung agieren kann.

Vor dem Finale war die Favoritenrolle nicht eindeutig geklärt, da man einerseits von Medvedev aufgrund seiner Siegesserie und dem damit verbundenen Selbstvertrauen eine starke Leistung erwarten konnte, andererseits Djokovic in AO-Finals bis dato noch ungeschlagen war. Für mich persönlich war vor dem Finale der Russe der Favorit, da vor allem die Verletzung und die damit schwer einzuschätzende körperliche Verfassung des Serben, die das Fundament seines Spiels bildet, eine große Unbekannte war. Denn eines war vor dem Finale aufgrund der Spielcharakteristik der beiden Finalisten zu erwarten, nämlich längere und damit physisch anspruchsvolle Ballwechsel.

Toni Witz
© Witz

Doch Djokovic sollte einmal mehr viele Zweifler eines Besseren belehren. Von Beginn an war er der Chef am Platz und ließ keinen Zweifel aufkommen, dass er einen klaren Plan vor Augen hatte, nämlich den Russen mit kontrollierter Aggressivität unter Druck zu setzen und ihn noch mehr, als dieser in seinen letzten Matches gewohnt war, in die Defensive zu drängen. Ein Matchplan, der sich zwar vor dem Match vermuten ließ, vor allem weil Djokovic wegen des deutlich an Effizienz verbesserten Aufschlags (über 100 Asse vor dem Finale – so viele wie nie zuvor!) auch die Grundlage schuf, dessen in der Lage zu sein, doch derart konstant und nahezu fehlerfrei außerhalb seiner »Komfortzone« agieren zu können, war beeindruckend und zeigte einmal mehr, warum er der derzeit beste Spieler der Welt ist.

Das diese Leistung aber auch erwartet werden konnte, liegt an einem wesentlichem »leistungsbestimmenden« Faktor, dem sich viele SpielerInnen, Coaches und ExpertInnen bewusst sind, nämlich der Erfahrung. Bei Djokovic hatte man schon in der Vorbereitung beim Warm-up (im Verlauf der Übertragung zu sehen) das Gefühl, dass er sich geistig auf das Finale eingestellt hatte und ihm ob seiner unzähligen Grand-Slam-Finals klar bewusst war, was auf ihn zukommen wird und wie er sich in bestimmten Momenten zu verhalten hat. Im Verlauf des Finales gab der Serbe einem das Gefühl, zu jedem Zeitpunkt »Herr der Lage« zu sein, weil er für jede Situation, für jedes taktische Mittel des Gegners, eine Lösung parat zu haben schien und dadurch ein entsprechendes Selbstvertrauen und Präsenz auf dem Platz ausstrahlte, die letztendlich großen Einfluss auf den eindeutigen finalen Ausgang hatte. Bei Medvedev hatte man gegen Ende des zweiten und im kompletten dritten Satz das Gefühl, hilflos zu sein und nicht zu wissen, wie er sich aus der »Umklammerung« befreien kann.

So schwer diese Niederlage für Medvedev zu verarbeiten sein wird, ist sie eine absolute Notwendigkeit um als Tennisprofi wachsen zu können und für kommende Finals besser gewappnet zu sein. Denn dann ist er womöglich der Spieler, der aufgrund seiner Erfahrungen und den daraus gezogenen Lehren seinen ersten Grand-Slam-Titel feiern kann. Ich bin überzeugt davon, dass ihm das gelingen wird!

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Spezialaufschläge

Frage an Jörg Linden: Sehr geehrter Herr Linden, ich spiele Seniorentennis auf Verbandsniveau und kann dort eigentlich sehr gut mithalten. Wenn ich nun noch einen ordentlichen Slice- und Kick-Aufschlag hinbekommen könnte, würde ich vermutlich noch mal einen gehörigen Schritt nach vorn machen, denn ich kann meine Gegner mit meinem Aufschlag einfach nicht aus dem Feld treiben. Meine Aufschläge kommen meist gerade und zentriert ins Feld. Die Gegner haben da im Laufe des Spiels meist leichtes Spiel, selbst wenn der erste Aufschlag ordentlich Tempo hat. Lohnt es sich, den Aufschlag auch in meinem Alter (58) noch zu erlernen und ist dies in der Do-it-Yourself-Methode überhaupt möglich?!

Jörg Linden
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Jörg Linden: Danke für Deine Frage. Die beiden Spezial-Aufschläge gehören zu den wichtigsten Schlägen im Tennis. Der Aufschlag ist der einzige Schlag, der nicht vom Gegner beeinflusst werden kann. Der Aufschläger bestimmt ganz alleine die Spielrichtung und lenkt durch die Qualität des Aufschlags den kommenden Ballwechsel. Es ist also sehr sinnvoll, dass Du Dich diesem Thema widmest. Ein guter Coach zeigt dir die wichtigsten Bausteine und Unterschiede auf. Du kannst danach sehr auch selbstständig an Deiner Performance arbeiten.

Der Unterschied der Aufschläge liegt im Tempo, im Schnitt und in der Rotation des Balles. Je nach taktischen Vorgaben setzt Du die verschiedenen Aufschläge ein. Die Unterschiede sind vor allem kurz vor dem Treffpunkt, im Treffpunkt und im Ausschwung zu erkennen. Einfach dargestellt: man stelle sich eine Uhr über seinem Kopf vor. Beim Slice schwingt mein Schläger kurz vor dem Treffen von 14 auf 10 Uhr , beim Kick von 9 auf 15 Uhr, beim »Hammeraufschlag« ist der Treffpunkt zwischen 12 und 13 Uhr. Als kleiner Tipp beim Ausschwung für den Kickaufschlag: Du wickelst Dein Handgelenk ein und lässt es kurz vor deinem Bauchnabel stoppen und automatisch bekommst Du eine bessere Schwungkurve für den Kick. Spiele alle Aufschläge mit flexiblem und biegsamem Handgelenk. Der Slice wird gerne als Variante auf der Einstand-Seite nach außen gespielt, um den Gegner aus dem Feld zu treiben. Der Kick wird gerne auf die Vorteilseite nach außen gespielt, ebenfalls um den Gegner aus dem Feld zu treiben. Der Hammeraufschlag dient dem schnellen Punktgewinn. Viel Erfolg!

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